Vortrag (Hr. Marklein) über Königin Luise

Vortrag über Königin Luise begeisterte 250 Besucher und das Fürstenpaar


Günter Marklein referierte im Krankenhaus Reinbek über "Legende und Wirklichkeit" der Preußenkönigin


„Königin Luise von Preußen – Legende und Wirklichkeit“ lautete der Vortrag, zu dem sich am Sonntagnachmittag (12.9., 15.00 Uhr) rund 250 Interessierte in der Aula der Krankenpflegeschule des St. Adolf-Stifts eingefunden hatte. Als Referenten konnte das Krankenhaus Günter G. A. Marklein gewinnen. Der Leiter des Bismarck-Museums in Jever ist ein hervorragender Kenner der preußischen Geschichte. Der Vortrag fand im Rahmen der Ausstellung „Preußische Profile“ anlässlich des 200. Todestages der preußischen Königin Luise statt. Der Schirmherr der Ausstellung, Ferdinand Fürst von Bismarck, Urenkel von Reichskanzler Otto von Bismarck, war mit seiner Frau Elisabeth gekommen.

Die musikalische Untermalung erfolgte durch ein fünfköpfiges Streicher-Ensemble der Hamburger Symphoniker, die Auszüge aus dem Brandenburgischen Konzert Nr. 5 von Johann Sebastian Bach spielten. Gleich bei seiner Begrüßungsrede stellte der Kaufmännische Direktor des Krankenhauses, Lothar Obst, die Frage: „Wie kommt es zu einem Mythos? Reicht ein früher Tod, damit diese außergewöhnliche Verehrung der Königin entstehen und sich über ganz Deutschland ausbreiten konnte?“

Marklein machte deutlich, dass verschiedene Ereignisse und Umstände zusammenkommen mussten: „Schönheit und Anmut waren selten gewesen sein auf preußischen Thronen, die bürgerliche Tugenden der Königin genossen bei den Berlinern Wertschätzung; Preußen erlitt durch Napoleon die schlimmste Niederlage seiner Geschichte, und die Periode seiner Demütigungen ging später siegreich zu Ende.“ Bereits direkt nach dem frühen und plötzlichen Tod im Alter von 34 Jahren wurde Luise laut Marklein von den Zeitgenossen verklärt und viele Orte, Bauten, Stiftungen wurden nach ihr benannt und Denkmäler errichtet: „Sie galt als Verkörperung der klassischen Ideale des Wahren, Schönen und Guten, und als Schutzpatronin des preußischen Staates. In Wirklichkeit war auch Luise eine Frau mit menschlichen Maßen, mit Vorzügen und Schwächen – und diese natürliche Frauengestalt erscheint uns heute fast noch anziehender als das preußisch-deutsche Marmorbild“, so Marklein. Tatsächlich habe Luise jedoch nach der Niederlage gegen Napoleon ihren Mann vom Abdanken abgehalten, die preußischen Reformer unterstützt und durch ihre glückliche Ehe, die durch ihren frühen Tod jäh beendet wurde, die Sympathie, die das Volk für sie empfand, auf den König und seine Familie übertragen und damit Preußen in Trauer geeint.

Der Schirmherr der Ausstellung, Ferdinand Fürst von Bismarck lobte den „ausgezeichneten Vortrag“ Markleins, der das Publikum über eine Stunde konzentriert zuhören ließ. Nur an einigen humorvollen Stellen, an denen Marklein unter anderem Zitate von Königin Luise und ihrem Mann König Friedrich Wilhelm III. vortrug, wurde die gespannte Ruhe von Heiterkeit unterbrochen. Nach dem Vortrag, der mit großem Applaus gewürdigt wurde, bestand die Möglichkeit, Bücher und CDs von Günther Marklein zu erwerben und sich in der Cafeteria des Krankenhauses bei Kaffee und Kuchen über das gerade Gehörte auszutauschen oder sich im Foyer des St. Adolf-Stifts die Ausstellung anzuschauen.

Aufgrund der großen Nachfrage und der Versammlung der Bismark-Freunde Anfang Oktober in Friedrichsruh ist die Ausstellung um zwei Wochen bis zum 3. Oktober verlängert worden.
 

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Nach dem Vortrag über Königin Luise im Krankenhaus Reinbek (v.l.n.r.): Ferdinand Fürst von Bismarck und seine Frau Elisabeth, der Kaufmännische Direktor Lothar Obst und Referent Günter Marklein.

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